Das Treffen von ehemaligen Mitstudierenden, Seminarist*innen oder Kolleg*innen ließ schon zu Beginn der Veranstaltung eine sehr offene und gemeinschaftliche Atmosphäre entstehen und so glitten die Teilnehmer*innen sofort im einladenden Foyer in einen intensiven persönlichen Austausch.
Bei der anschließenden Begrüßung durch die Fachgruppenleiterin Beate Buchberger, den ersten Vizepräsidenten des BLLV Gerd Nitschke und den Leiter der Landesfachgruppe Jochen Fischer, erfuhren die Zuhörenden Neuigkeiten aus dem Bereich der FöL. Besonderer Dank an dieser Stelle auch unserer Präsidentin Simone Fleischmann, die sich ebenfalls Zeit für ein kurzes Statement nahm. Sie berichtete unter anderem von der Petition des BLLV für die FöL, um die eigenverantwortlichen Stunden aus der Lehrerwochenstundenzuweisung herauszulösen. Nach der Ablehnung dieser durch den Bildungsausschuss prüfen nun die zuständigen Referate des BLLV weitere Schritte.
Im Anschluss daran berichteten FöL in einem Podiumsgespräch aus den unterschiedlichen Perspektiven ihres beruflichen Alltags. Markus Dörzbach stellte als Vertreter von FöL an einer großen Grund- und Mittelschule und der Praktikums-FöL seine Aufgabe als Betreuer von jungen Studierenden anschaulich dar. Im Rahmen ihrer Ausbildung am Staatsinstitut absolvieren angehende FöL mehrere Praktika an ausgewählten Schulen, wobei er die Fülle der dabei zu erledigenden Aufgaben gern einer Evaluation unterziehen würde.
Als Stellvertreterin der Koordinatorinnen stand Beate Buchberger am Podium. Sie sieht ihre Funktion als Koordinatorin und Fachberaterin als Chance, alle FöL des Schulamtsbezirkes zu vernetzen und zu stärken, aber auch als Herausforderung, die Zusammenarbeit der FöL-Vertreter mit den jeweiligen Schulämtern zu konkretisieren und zu intensivieren.
Das Tätigkeitsfeld einer abgeordneten Dozentin am Staatsinstitut in Freising konnte Lisa Weich den Anwesenden aus erster Hand schildern. Sie unterrichtet bereits im zweiten Jahr unter anderem die Fächer Medienpädagogik und Individuelle Förderung und bietet den Studierenden so die Möglichkeit an unmittelbaren Erfahrungen ihrer Förderlehrertätigkeit teilzuhaben. Sie unterstrich die positive Bedeutung von FöL als Dozent*innen in der Ausbildung der Studierenden, um damit auch den Bezug zum Berufsbild zu stärken.
Eine weitere Repräsentantin der beruflichen Möglichkeiten für FöL, Birgit Timper, zeigte die Aufgaben als „Leiterin eines Seminars für FöL“ auf. Sie hat diese Funktion bereits seit vielen Jahren inne und kannte daher einen beachtlichen Teil der Zuhörer*innen noch aus deren Anwärterzeit. Sie erzählte, wie ihre Gesprächspartner zuvor, von ihrer persönlichen Laufbahn und den Freuden und Herausforderungen ihrer Arbeit mit den zukünftigen FöL. Außerdem merkte sie an, dass es eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für die angehenden FöL ist, ihren Platz in den Kollegien und im System Schule insgesamt zu finden – nicht als rein Diagnostizierende oder Therapierende – sondern als echte Lern- und Lehrbegleitende.
Mit souveräner Leichtigkeit und Witz moderierte der stellvertretende Fachgruppenleiter Josef Wetzl das Gespräch, bezog das Publikum gekonnt mit ein und brachte dabei die Aussagen immer wieder auf den Punkt.
Die Mittagspause war geprägt vom leckeren Finderfood-Buffet, der entspannenden Umgebung und vor allem von zahlreichen interessanten Gesprächen.
Das Orga-Team der Fachgruppe mit Beate Buchberger und Josef Wetzl, sowie Feli und Markus Dörzbach, hatte speziell auf Förderlehrerbedarfe ausgerichtete Fortbildungsangebote mit hervorragenden Referentinnen organisiert.
Im Workshop der Schulpsychologin und Beratungsrektorin Andrea Bachmaier mit dem Titel „Mehr Ruhe im Kopf – mehr Lernen im Raum“ gab es Informationen zu Achtsamkeit und innerer Haltung sowie praktische Tools für mehr Gelassenheit und Freude im Förderunterricht, von denen die Teilnehmenden einige gleich selbst erproben konnten.
In einem weiteren Arbeitskreis unter dem Motto „Mit Freude im Vorkurs unterrichten“ von den beiden Förderlehrerinnen Sabrina Kunzmann und Anja Schrieber wurden praxiserprobte Konzepte zur Organisation und Durchführung von Vorkursen vorgestellt. Außerdem präsentierten die beiden Referentinnen entsprechende altersgemäße didaktische Mittel und zudem zahlreiche konkrete Tipps und Materialien aus ihrer Praxis.
Im Angebot „Herausfordernde Gespräche – wie sag ich´s meinem Chef/meiner Chefin?“ von Beate Buchberger beschäftigten sich die Anwesenden mit praktischen Kommunikations-Tipps, wie dem Beachten der Persönlichkeitstypen oder der Wirkung von Körpersprache. Diese Gesprächsstrategien konnten dann auch gleich selbst ausprobiert und reflektiert werden.
Der Einsatz und Aufwand der BLLV-Vertreter wurden am Ende der Veranstaltung mit viel positivem Feedback gewürdigt. Die erlebte Gemeinschaft und die Inspirationen aus den Workshops wirken sicher bei einem Großteil der über 70 Teilnehmenden noch eine geraume Zeit in den Schulalltag nach.
